ERFAHRUNGSBERICHT: 5 Dinge, die ich im Studentenheim gelernt habe

„Heime bieten für, vor allem neue, Studenten ein komfortables und angenehmes Wohnklima, die besten Möglichkeiten für neue Kontakte und weitere Aktivitäten für eine bestimmte Summe Geld pro Monat.“ – Klang damals sehr vielversprechend und einladend. Nach neun Monaten Heimaufenthalt habe ich allerdings viel mehr dazu erfahren bzw. gelernt.

Realität ≠ Hollywoodfilm

Erwarte dir kein spannendes, filmreifes Heimleben: Wenn du allein im Heim wohnst, bleibst du auch allein. Leider habe ich das bereits in den ersten Wochen nach meiner Ankunft im Studentenheim festgestellt. Klar, einige Leute wirst du bestimmt kennenlernen, nur brauchst du echt viel Glück, dass sich daraus später die Freundschaften fürs Leben entwickeln.

Weitere Erwartungen vs. Realitätsfakten im Studiheim findest du hier.

Abends lernen? – Bruh…

„Abends kann man sowieso besser lernen und ist viel produktiver als sonst!“, dachte ich mir zu Beginn meiner Heim-Zeit. Es brauchte allerdings echt nicht lange, bis ich gecheckt habe, dass das Lernen/Arbeiten/Irgendetwas-produktives-tun abends und/oder nachts im Heim unmöglich ist. Was für dich vielleicht nach einer Gelegenheit zum Lernen aussieht, ist für andere ein perfekter Zeitpunkt zum Feiern oder einfach so die Musik aufzudrehen.

Bring nie nachts den Müll runter!

Eine meiner wichtigsten Faustregeln war es, den Müll nie nachts runter zu bringen. Warum? Weil zu dieser Zeit sich oftmals merkwürdige (egal ob nüchtern oder nicht) Gestalten im Heim rumtrieben (egal ob Heimbewohner oder Obdachslose, no joke) und weil sich da schon der ganze Müll ansammelt, sodass du mit einem neuen Körperduft aus dem Müllraum rausspazierst. Ach ja, einmal wurde ich auch noch von einer Fledermaus attackiert.

Widerstand ist zwecklos!

Morgens um 6 Uhr wegen dem Staubsaugergeräusch oder dem lautstarken Telefonat im Gang geweckt werden und mittags unter der Dusche plötzlich hören, wie jemand das Zimmer betritt: Sachen, die mir während der Zeit im Studentenheim dank der gnadenlosen Reinigungskraft nicht vorenthalten wurden. Klar, kann man alles melden. Interessiert aber leider weder die Heimleitung, noch das Reinigungspersonal selbst. Während meines Aufenthalts wurde mir auch der immer unfreundliche und schlecht gelaunte Haumeister zum Verhängnis. Beispiel: Als eine (wahrscheinlich hundert Jahre alte) Glühbirne im Zimmer ausgewechselt werden musste, wurde ich zuerst einmal mit folgenden Worten zur Rede gestellt: „Was hostn damit angstellt?!“

Such eine Wohnung!

Nach sieben Monaten im Studentenheim stand für mich fest: ich muss umziehen. Auf Mitbewohnerin-Suche war ich zum Glück nicht lange (wir teilten das gleiche (Heim-)Schicksal) – aber auf Wohnungssuche schon. Mehr als zwei Monate suchten wir nach der perfekten Wohnung und sind heute in unserer Traum-WG zu Hause. Ach ja, zahlen tun wir auch noch weniger als im Heim! Übrigens: Mehr zum Thema WG-Gründung gibt’s bald am Blog!

Natürlich sind nicht alle Studentenheime gleich. Ich habe von zahlreichen Bekannten auch viel Positives über ihr Heimleben gehört. Jedoch sollte dieser Erfahrungsbericht dazu dienen, euch auch mal die Schattenseiten des Heimlebens zu zeigen. Im Internet ist meistens nur Positives zu lesen und so kann es leicht passieren (wie mir zum Beispiel), dass man sich trotz sehr hoher Miete und vielen (leeren) Versprechungen sehr unwohl fühlt. Somit ist mein Tipp an alle, die in ein Heim ziehen wollen: Erkundigt euch zuerst bei (ehemaligen) Heimbewohnern!

 

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