Praktikum – Expectations vs. Reality

Du hast diesen Sommer auch mit einem mehr als nur enttäuschenden Praktikum verschwendet? Wir haben hier unsere Expectations vs. Reality-Gegenüberstellung für dich! Der ein oder andere Punkt wird dir sicher bekannt vorkommen! Schreib uns auch gerne deine Erfahrungen!

Freizeit während des Praktikums – Expectations

Es ist nicht so schlimm, dass du ein Praktikum im Sommer hast, denn um 17 Uhr ist die Arbeit zu Ende und der Tag fängt für dich erst an! Du gehst an der Donau baden, danach gemütlich mit deinen Freunden essen und schließlich noch ein paar Feierabendbiere oder Cocktails schlürfen. Du genießt deine Uni-freie Zeit und nutzt jede Sekunde. Um zwölf oder ein Uhr verlässt du dann die Party, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

Freizeit während des Praktikums – Reality

Es ist 17 Uhr und du hast heute ganze neun Stunden am Stück im Büro gesessen. Obwohl du nur Kaffee gekocht und Dienstbote gespielt hast, fühlst du dich, als wärst du einen Marathon gelaufen oder hättest eine sechsstündige Prüfung geschrieben. Dein Kopf brummt, dein Rücken tut vom vielen Sitzen weh und du bist so müde, dass du dich anstrengen musst, in der Straßenbahn auf dem Heimweg nicht augenblicklich einzuschlafen. Deine Freunde waren den ganzen Tag schwimmen und haben das schöne Wetter genossen, während dir bei 35 Grad Celsius die Business-Kleidung am Leib klebt. Zur Donau willst du heute nicht mehr und beim Gedanken daran, jetzt noch auf eine Party oder einen Afterwork-Drink zu gehen, kommt dir alles hoch. Das einzige, was du willst, ist nach Hause, Essen bestellen und mit einem vollen Bauch vor dem Fernseher einschlafen. Möglichst vor 22 Uhr, denn du musst ja morgen schon um fünf Uhr aufstehen.

Der Arbeitsplatz – Expectations

Als dir dein Chef am ersten Tag den Arbeitsplatz zeigt, staunst du. „Was, ein ganzes Büro für mich allein?“, freust du dich. Dazu kommt noch, dass dein Arbeitsplatz im fünfzehnten Stock eines riesigen Bürogebäudes ist und der Blick von deinem Schreibtisch über die ganze Stadt reicht. Du fühlst dich wie der Bürgermeister Wiens. Die Wände sind verglast, du hast einen eigenen Mac und ein MacBook Air, die du für deine Arbeit verwenden darfst und mit Leuchten in den Augen stellst du fest, dass auf deinem Schreibtisch schon Visitenkarten mit deinem Namen bereit liegen. Eine eigene E-Mail Adresse hast du auch und sogar ein eigenes Firmenhandy – natürlich das neuste Modell, das es am Markt gibt – und natürlich, wie könnte es anders sein, einen Schlüssel fürs Büro.

Der Arbeitsplatz – Reality

Natürlich bekommst du keinen Laptop oder Computer zur Verfügung gestellt. Was denkst du denn? Du bist doch nur der Praktikant!
Dein Chef weist dir einen Arbeitsplatz zu, dessen wahrer „Besitzer“ momentan auf Urlaub ist. Dementsprechend zugemüllt sieht der Platz auch aus und du hast keinerlei Freiheit dich auszubreiten. Es wird auch nicht lange dein Arbeitsplatz sein, da du den Platz wieder räumen musst, wenn der Mitarbeiter in einer Woche vom Urlaub kommt. Du sollst ab morgen bitte deinen eigenen Laptop zum Arbeiten mitnehmen und auf Nachfrage bekommst du gerade einmal Stift und Block von deinem Arbeitsgeber. Wenigstens eine gute Nachricht 😉

Die Kollegen – Expectations

Du kommst an den Arbeitsplatz und deine Kollegen erwarten dich mit offenen Armen. Die Mitarbeiter sind jung, dynamisch und super cool. Sofort ist dir klar: Du willst einmal so werden wie sie. Natürlich merkst du dir die Namen deiner zwanzig Arbeitskollegen und verstehst dich mit allen prächtig. Ihr macht gerne Witze und nach drei Tagen, habt ihr bereits zigtausend Insider. Der Arbeitstag fliegt an dir vorbei, da das Arbeiten mit deinen Kollegen so viel Spaß macht. Nach der Arbeit trinkt ihr in der Bar nebenan gern mal ein Bierchen und jeden Tag bringt jemand anderes Kuchen mit! Schnell bist du ein Teil vom Team und alle sind traurig, dass du sie nach dem Praktikum wieder verlässt.

Die Kollegen – Reality

Du kommst in ein Büro voller alter Menschen. Sie sind nicht cool und schon gar nicht dynamisch. Im Gegenteil, sie sind entweder total genervt von der Arbeit oder total gestresst und überfordert. Zudem hörst du ständig den Spruch „Du bist also die neue Praktikantin“, als wärst du eine von 1000. So richtig unpersönlich wird es, als dir auffällt, dass eh niemand deinen Namen kennt und auch du keine Ahnung hast, wie alle heißen. Aus dem Feierabendbierchen wird nichts, das höchste aller Gefühle ist, dass du fürs gesamte Büro Kaffeekochen darfst und sie dir vielleicht ein dankendes Lächeln schenken, wenn du ihnen die Tasse auf den Tisch stellst.

Deine Tätigkeiten – Expectations

Du bist ein wertvolles Mitglied im Unternehmen und schon nach zwei Wochen ist deine Meinung bei jeglichen Angelegenheiten sehr gefragt. Dein Wissen von der Universität konntest du fast überall miteinbringen und du erlernst Skills jeglicher Art. Nach deinem Praktikum bist du Spezialist auf deinem Gebiet und fühlst dich bereit in die Arbeitswelt einzutreten. Der Job ist genau das, was du immer schon machen wolltest und das Allerbeste: Deine Chefs fragen dich, ob du bei ihnen anfangen willst, zu arbeiten!

Deine Tätigkeiten – Reality

Hier gibt es ausnahmsweise mal zwei Möglichkeiten:

Nummer eins: Du lernst, was es bedeutet, den ganzen Tag nichts zu tun. Süße Langeweile? Du hast sie perfektioniert! Nachdem du deine Social-Media-Seiten alle zehn Sekunden aktualisierst und nun schon alle süßen Katzenbaby-Fotos aus dem Internet kennst, sind dir die Ideen zum Googeln ausgegangen. Du bist heilfroh, wenn du mal Kaffee machen kannst, da du dann wenigstens irgendetwas zu tun hast. Achso ja, und du hast einen neuen besten Freund: den Post-Angestellten der nächsten Postfiliale, zu der du jeden Tag geschickt wirst, um Briefe abzugeben sowie die Mitarbeiter der umliegenden Imbiss-Buden, die dich schon beim Namen kennen, weil du jeden Tag vorbeikommst und die Mittagspausen-Bestellung fürs gesamte Büro abholst.

Nummer zwei: Du bist arm dran. Du hast eine Aufgabe bekommen und keine Ahnung, wie du sie lösen sollst. Nachfragen ist keine Option, da sich deine Kollegen nicht die Bohne für dich interessieren oder du das Gefühl hast, dass wenn du jetzt nachfragst, sie glauben, dass du der unfähigste Mensch bist, den die Welt je gesehen hat. Die Überforderung macht sich breit. Schweißperlen bilden sich auf deiner Stirn, du beginnst Krankheiten zu Googeln, die akut auftreten und die du vortäuschen könntest, um aus dieser unangenehmen Situation herauszukommen.

Klar, Praktika können echt in die Hose gehen. Versuche aber, so viel wie möglich von den Tätigkeiten deiner Kollegen mitzubekommen und einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt zu erhaschen, denn dafür sind Praktika ja da. Denke daran: Irgendwann wirst du einen Praktikanten haben, den du dann schikanieren kannst ;).

 

 

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