10 Situationen, mit denen du dich als Deutsche/r in Wien abfinden musst

Student Life Vienna stellt hier 10 Situationen vor, mit denen du dich als Deutsche/r in Österreich, und speziell in Wien, abfinden musst.

Der erste Uni-Monat ist vorbei, und du als Deutsche/r fängst so langsam an zu merken, dass sich das Leben als Deutsche/r in Wien doch mehr unterscheidet, als du dachtest. Vieles wirst du als sogenannter „Piefke“, wie die Deutschen hier gerne genannt werden, selbst schon erlebt haben, doch du solltest dich darauf einstellen, dass es vor allem als frisch Zugezogene/r immer wieder neue Situationen in Wien geben wird, denen besonders Deutsche ausgesetzt sind.

Sprachbarrieren

Zugegeben, die meisten österreichischen Dialekte bereiten den Deutschen selbst nach vielen Jahren noch Probleme und man hat Schwierigkeiten, wirklich jedes Wort zu verstehen. Klassiker wie zum Beispiel „Sackerl“ statt „Tüte“ oder „Stiege“ statt „Treppe“ sollten bekannt sein. Aber kennst du schon den „Hausbesorger“ alias „Hausmeister“ oder „Tixo“ anstelle von „Tesafilm“? Man lernt bei der Sprache nie aus. Und versuche bloß nicht, eine Apfelschorle zu bestellen! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man da nur schief angeschaut und im besten Fall in „Apfelsaft gespritzt“ korrigiert wird. Falls du zudem noch Probleme hast, dich in der Uni zurechtzufinden, weil dir einige Begriffe fremd vorkommen, kannst du dich hier weiterbilden.

Nervige Fragen

Sei gefasst auf lästige Fragen, die dir immer, und ich betone, wirklich immer wieder gestellt werden. Jedes Mal, egal ob ich mich mit einer/einem Deutschen oder Österreicher/in unterhalte, kommen Fragen wie: „Warum bist Du denn nach Österreich gezogen?“; „Bist du ein NC-Flüchtling?“; „Wie lebt es sich in Wien und/oder Österreich so?“ „Findest du Wien oder deinen Heimatort schöner?“; „Willst du nach dem Studium in Wien bleiben oder zurück nach Deutschland gehen?“

Mache dich übrigens auch darauf gefasst, dass du sofort gefragt wirst, woher du aus Deutschland kommst, sobald du dich das erste Mal mit einem/einer Österreicher/in unterhältst.

Negativ-Einstellung gegenüber Deutschen

Österreicher/innen haben leider in vielen Fällen eine generelle Grundabneigung gegenüber Deutschen und man bekommt das Gefühl, nur schwer als Deutsche/r in einer österreichischen Gruppe Anschluss zu finden. Doch hat man sich erst einmal bewiesen und gezeigt, dass man die österreichische Kultur voll und ganz akzeptiert und respektiert, sollten auch die letzten Österreicher/innen von der negativen Einstellung gegenüber den Deutschen weggekommen sein. Hast du es immer noch schwer, wirklich Anschluss an der Uni zu finden, bekommst du hier Tipps, wie du womöglich sogar Freunde fürs Leben kennenlernst.

Wiener Grant

Neben der allgemeinen österreichischen Negativ-Einstellung gegenüber den Deutschen kommt noch der Wiener Grant hinzu, eine spezielle Form der allgemeinen Negativ-Einstellung. Der oder die Wiener/in beschwert sich im Allgemeinen über alles und jede/n und blickt oft mürrisch drein. Der Wiener Grant mag am Anfang etwas befremdlich wirken, doch hast du ihn einmal richtig kennengelernt, fängst du an, ihn irgendwann zu lieben, und im Ausland sogar zu vermissen. Denn was ist schon Wien ohne seinen Wiener Grant?

Österreichischen Dialekt imitieren

Ein Tipp: Versuche bloß nicht, als Deutsche/r einen österreichischen Dialekt zu imitieren! Egal wie gut du wirklich bist, du wirst immer belächelt oder gar ausgelacht.

Du wirst als ein/e Stereotyp-Deutsche/r betrachtet

Finde dich damit ab, dass du in Österreich als Deutsche/r generell keinen Humor hast und du dem kompletten Stereotyp der Deutschen entsprichst. Das heißt, du bist in den Augen der Österreicher/innen akkurat, pünktlich und fleißig, wenn du nicht gerade unbedingt das Gegenteil beweist. Demgegenüber ist es jedoch auch wahr, dass in Österreich die Menschen gelassener wirken und sich bei vielen Dingen gerne Zeit lassen. Gemütlichkeit geht eben vor.

Öffnungszeiten

Richte dich darauf ein, dass die regulären Supermärkte und Einkaufsläden in Österreich bis maximal 20 Uhr hoffen haben, wenn nicht unbedingt ein Feiertag bevorsteht. Das ist wirklich das höchste aller Gefühle. Vor allem in kleineren Städten und Dörfern kann es schwierig werden, einen Laden zu finden, der nach 18 Uhr offen hat. In Wien gibt es zum Glück einige Supermärkte, die auch länger und sogar sonntags geöffnet haben, doch diese empfiehlt es sich nur zu besuchen, wenn man keine Angst vor vielen Menschen auf engem Raum hat.

Preise

Vor allem als Student ist man oft dazu gezwungen, auf die Preise zu schauen, und man wird merken, dass sich doch einiges unterscheidet. So sind hier Lebensmittel meistens deutlich teurer als in Deutschland, weswegen man dazu neigt, primär Süßigkeiten aus dem Heimatort zu importieren, um nicht teilweise den doppelten Preis in Österreich zahlen zu müssen. Auch für Bücher zahlt man hier beispielsweise einen kleinen Aufpreis. Einen positiven Aspekt gibt es hier aber: Benzin ist in Österreich deutlich billiger als in Deutschland.

Verzicht auf lokales Fast-Food

Du bist Currywurst, Mettwurst und Döner aus Deutschland gewohnt? Dann stell dich darauf ein, dass es hier dieses Essen so gut wie gar nicht oder nur in abgewandelter Form gibt. Der Döner, in Österreich auch Kebap genannt, schmeckt in Österreich ganz anders als der Döner in Deutschland. Hier gilt: Sei offen für Neues! Probiere zum Beispiel Käsekrainer (in Wien auch Eitrige genannt) oder Leberkassemmel, die findest du hier an jeder Ecke. Und glaube mir, dann wirst du sowohl die kulinarischen Köstlichkeiten deines Heimatortes, als auch die deiner Wahlheimat Österreich nicht mehr missen wollen.

Förderung der Kunst und Kultur

Zu guter Letzt muss man sagen, dass vor allem in Wien die Kunst und Kultur enorm gefördert wird, was sehr erfreulich ist. In den meisten Wiener Museen hast du gratis Eintritt, wenn du unter 19 Jahre alt bist, und auch der Studierendenpreis bis 26 Jahren ist durchaus bezahlbar. Viele Museen bieten auch oft einen Tag im Monat einen freien Eintritt für alle Menschen an. In der Wiener Staatsoper beispielsweise bekommst du ab 2 Euro bis maximal 5 Euro einen hervorragenden Stehplatz, auch Stehplatzkarten für Konzerte im Musikverein kannst du für nur 5 Euro ergattern. Solche extremen Rabatte findet man in Deutschland kaum. Vor allem für junge Menschen wird so die Kunst und Kultur zugänglich gemacht, und von diesen Angeboten solltest du unbedingt als Deutsche/r Gebrauch machen, solange du im wunderschönen Wien wohnst.

 

 

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